Der Verein Offener Hörsaal setzt sich für eine höhere Chancengleichheit für Asylsuchende und Geflüchtete an der Universität Basel ein.

Pro Semester können bis zu 20 Geflüchtete mit akademischem Hintergrund oder Studieninteresse als Hörer*innen Vorlesungen im Hörer*innenprogramm besuchen und einen Sprachkurs am Sprachenzentrum der Universität absolvieren. Der Verein unterstützt Studienwillige auch bei der Abklärung und Anmeldung zum regulären Studium.

Leider können wir momentan keine weiteren Anmeldungen für das Herbstsemster 2020 entgegen nehmen. Wenn Du gerne bei uns mitmachen möchtest, können wir Dich erst wieder im Frühlingssemester 2021 in unser Programm aufnehmen.
Bei Fragen und Interesse zur Teilnahme im Frühlungssemester 2021, schreibe uns eine E-Mail an info@offener-hoersaal.ch.

Aktuelles: 

Stellungahme zur Securitas-Gewalt im Bundesasyllager Basel 

Wir, das Team des Offenen Hörsaals haben die Broschüre des Kollektivs 3 Rosen Gegen Grenzen «Sie finden immer einen Grund, uns zu schlagen». Securitas-Gewalt im Bundesasyllager Basel. Témoignages empfangen und gelesen und möchten auf diesem Weg zu den beschriebenen Umständen Stellung nehmen.
Die Missstände im Bundesasyllager Bässlergut überraschen leider nicht. Wir möchten uns in dieser Stellungnahme klar gegen die Misshandlungen und Gewaltausbrüche gegenüber geflüchteten Menschen aussprechen und ihnen, sowie Organisationen, die sich gegen diese Umstände wehren und auf diese aufmerksam machen, zur Seite stehen. Wichtig ist für uns insbesondere, dass die Gewalttaten nicht auf Einzeltäter*innen abgeschoben werden, sondern dass das System hinter der Gewalt in diesen Lagern erkannt wird. Es erstaunt nicht, dass das Zusammenspiel von fehlenden Rückzugsmöglichkeiten sowie engen Räumlichkeiten, fehlender psychischer Betreuung und mangelnder Kommunikationsmöglichkeiten zu einem angespannten Klima im Lager führt. Um dieses Klima zu verändern braucht es Strategien zur Entlastung des psychischen Drucks, der auf allen Beteiligten lastet. Zum einen muss die Ausbildung der Mitarbeitenden stärker auf Gewaltprävention und Deeskalation ausgerichtet werden. Gleichermassen müssen aber auch bessere Strukturen geschaffen werden, die geflüchteten Personen niederschwellig psychische Unterstützung ermöglichen und die Kommunikation zwischen den geflüchteten Menschen und den Mitarbeitenden verbessern. Wir fordern hiermit die sofortige Entlassung der im Bericht erwähnten Personen, die strafrechtliche Verfolgung aller geschilderten Geschehnisse, die Umstrukturierung des Systems des Bundesasyllagers und respektvolle Alternativen zum Lagerwesen.

Die Broschüre des Kollektivs 3 Rosen gegen Grenzen kann man hier herunterladen. 

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Corona-Krise:
Online-Tipps und Hilfestellungen zum Umgang mit Stress rund um Corona:
Dureschnufe.ch
Selfapy.de
Psychologisch-Medizinisches Zentrum AG, SO, BS
Netzwerk Psychische Gesundheit Schweiz

Der Verein Rosara bietet Frauen, unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund, in verschiedenen Lebensbereichen Unterstützung und Beratung an. (Telefonberatung in deutscher, kurdischer und türkischer Sprache).

Das Ambulatorium für Psychotherapie, Beratung und Krisenintervention bietet Unterstützung und neu auch während der Corona-Situation video basierte Online- oder Telefonberatung an.

Die Dargebotene Hand (Tel 143) bietet rund um die Uhr unterstützende Telefongespräche an. Man kann auch eine Email schreiben oder in einem Chat mit ihnen schreiben

Was passiert, wenn ich mein Studium aufgrund meiner Flucht unterbrechen musste? Kann ich in der Schweiz weiterstudieren? Werden meine Diplome in der Schweiz anerkannt?
Menschen, die in die Schweiz geflüchtet sind, stehen oftmals vor grossen Hürden, wenn sie ihr unterbrochenes Studium fortsetzen oder ein neues Studium beginnen wollen. Bereits erreichte Studienleistungen und Studienabschlüsse werden an Schweizer Universitäten und Fachhochschulen häufig gar nicht oder nur teilweise anerkannt. Manchmal bestehen Schwierigkeiten beim Beschaffen von Dokumenten, da sie verloren gegangen oder im Herkunftsland geblieben sind und aus politischen Gründen nicht herausgegeben werden. Die Finanzierung von Studiengebühren, Lebens- und Transportkosten in der Schweiz stellen ein weiteres Hindernis dar. Nicht zuletzt erschwert auch die sprachliche Hürde ein Studium in der Schweiz.

Der Verein Offener Hörsaal ist ein an der Universität Basel akkreditierter Verein, der 2016 von Student*innen gegründet wurde, um einen Beitrag zur sozialen, beruflichen und sprachlichen Integration und einem selbstbestimmten Leben von geflüchteten Menschen in der Schweiz zu leisten.

Die Universität Basel rühmt sich mit einer bedeutenden humanitären Tradition. Noch heute erinnert eine Gedenktafel im Kollegienhaus an die geleistete Unterstützung der Universität Basel und ihrer Student*innen für die ungarischen Geflüchteten während des Ungarnaufstands 1956. Ob Tradition oder nicht – Solidarität zu zeigen und konkrete unterstützende Massnahmen zu ergreifen, erachten wir als unabdingbar. Individuelle Lebensziele wie ein Studium zu verwirklichen, soll allen Menschen möglich sein.

Das Programm richtet sich an Geflüchtete mit akademischem Hintergrund und akademischem Interesse mit Wohnsitz in der Region Basel. Mit interessierten Teilnehmer*innen wird vorgängig ein Gespräch geführt. Pro Semester können bis zu 20 Interessierte am Projekt teilnehmen.

Das Hörer*innenprogramm der Universität Basel steht allen Interessierten offen und umfasst über 500 reguläre Veranstaltungen verschiedenster Fächer und Studiengänge in Deutsch, Englisch und Französisch. Der Offene Hörsaal ermöglicht die Teilnahme an drei Kursen aus dem Hörer*innenprogramm. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen Sprachkurs am Sprachenzentrum der Universität zu besuchen.

Hörer*innen können keine Prüfungen absolvieren. Dadurch sind auch keine akademischen Leistungsausweise (ECTS) oder Abschlüsse erwerbbar.

Zum Hörer*innenprogramm der Uni Basel

Ein zentraler Aspekt des Offenen Hörsaals ist das vom Projektteam organisierte Buddy-Programm: Allen Teilnehmenden werden ein bis zwei Buddies des gleichen Studienganges zugeteilt, welche die Teilnehmer*innen im Unialltag begleiten. Freiwillige Studierende, sogenannte Buddys, treffen sich vor Beginn der Vorlesungsphase und regelmässig während des Semesters mit den Teilnehmenden. So können akademische und organisatorische Fragen unkompliziert besprochen werden. Durch das Programm wird ein reger sozialer Austausch gefördert, welcher bei Interesse auch durch ergänzende Veranstaltungen, wie etwa gemeinsame Essen oder Sprachtandems, vertieft werden kann.

Lies mehr über die Teilnahme am Projekt als Hörer*in oder über verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten. Durch Deine aktive Mithilfe als Buddy oder Vorstandsmitglied oder durch einen finanziellen Beitrag trägst Du dazu bei, dass der Verein Offener Hörsaal weiterexistieren kann.

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